Klaus Botta – Tausendsassa im Design

Nach Studien der Technischen Physik und der Produktegestaltung und dem Industriedesign – als solches schon eine eher ungewöhnliche, aber sicher hilfreiche Kombination – gründete der 1959 geborene Klaus Botta schon vor deren Abschluss sein eigenes Designstudio. Daneben absolvierte er Praktika in der Autobranche, unter anderem bei niemand geringeren als Albrecht Graf Goertz, den jeder auch nur einigermassen Autophile mit dem unerreichten Jahrhundertwurf BMW 507 assoziiert.

Und weil man als Startup nicht von anfang an Geld verdient, verdingte sich Botta nebenbei noch als Bildredaktor in der Sportredaktion des Hessischen Rundfunks, was weder mit Design noch Physik gross etwas zu tun hat, aber einem gründlich lehrt, auch unter Zeitdruck speditiv zu arbeiten. Seit 1993 arbeitet er ausschliesslich für sein Designbüro, das unterdessen zu den renommierten Vertretern der Gilde gehört. Die Referenzliste kann sich wahrlich sehen lassen – interessant ist dabei vor allem auch die Bandbreite der Branchen. Laborausstattung, höchst technische Geräte für die Druckbranche, Verstärker, Roboter, Verkaufsdisplays, Schreibtischunterlagen, ja sogar ein Störfall-Warngerät finden sich im Portfolio des Tausendsassas. Und immer wieder Uhren – die Solar-1 für Junghans, Zifferblätter für VW-Werbeuhren, ganze Uhrenserien für Watch People und Bestform.

Schon 1986 entwarf er seine erste Einzeigeruhr und sorgte damit dafür, dass das Prinzip dieser einfachsten aller Zeigeranzeigen in Form einer Armbanduhr auf den Markt und damit an die Handgelenke kommen sollte. Das Modell UNO wurde zuerst von Watch People (mit dem späteren Gründer von Meistersinger, Manfred Brassler, als Geschäftsführer) als Lizenzprodukt verkauft. Ab 1999 kümmerte sich Botta dann selber um die Uhrenproduktion. Mittlerweile ist diese ein wesentliches Standbein der Firma. Die Kollektion ist stark angewachsen und umfasst jetzt auch Dreizeigeruhren.

Botta wurde im Lauf der Jahre mit unzähligen Designpreisen ausgezeichnet, darunter mehrmals der reddot design award, der Good Design Award, der German Design Award und viele andere. Dies nicht nur für seine Uhren, sondern auch für diverse andere Erzeugnisse aus dem Designbereich. Auch an Handgelenken von Prominenten ist die Botta-Uhr zu sehen – unter anderem soll sogar der emeritierte Papst Benedikt XVI (“Wir sind Papst”) eine besitzen. Und auch einer der beiden Erfinder der Wortuhr Qlocktwo, der umtriebige Andreas Funk, trägt eine. Mit dem berühmten Namensvetter, der Schweizer Architektendiva Mario B. hingegen ist Klaus Botta weder assoziiert noch verwandt.