Pure Poesie: Ferrolic

Es gibt Sachen, die die Welt nicht braucht. Und dennoch sind sie so einmalig, dass man sich ihrer Faszination schwer entziehen kann. Das Projekt Ferrolic des holländischen Designers, Erfinders und Tüftlers Zelf Koelman gehört definitiv dazu.

Das Zusammenspiel von flüssigem Metall (“Ferro Fluid”), Magnetismus und Öl sorgt für ein absolut verblüffendes Resultat. Ferrolic nennt Koelman sein Projekt, das er letztlich zu einer Zeitanzeige gemacht hat. Ein aquariumähnlicher Kasten mit einer durchsichtigen Frontscheibe wird mit Öl und mit Ferro Fluid gefüllt. Im Hintergrund wirkt ein ausgeklügeltes, elektronisch gesteuertes System von Elektromagneten, mit dem das flüssige Metall in Form gebracht wird. Gesteuert wird die Anzeige über einen Webbrowser mit Wi-Fi-Zugang. Poetisch, choreographiert, flutschen die schwarzen Metallpartikel umher und bilden allerhand Symbole und Zeichen. Von Kalligraphie bis zur Zeitanzeige scheint alles möglich. Von welchen Substanzen der Holländer dabei noch so beeinflusst wurde, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis.

Tausende von Stunden, geleistet von Experten und Tüftlern, weltweit virtuell vernetzt, sind in die Entwicklung des Teils geflossen. Wirklich brauchbar und zuverlässig scheint es noch nicht, und wer sich für einen der 24 Prototypen entscheidet, leistet mit den aufgerufenen 7500 € eher einen Beitrag zur Entwicklung, als dass er ein fertiges Produkt erhält. Koelman kämpft noch mit den Tücken der Materie und der Technik. So sollen die Flüssigkeiten der ersten Prototypen lediglich einige Monate funktionieren.

Spielt eigentlich alles keine Rolle – die Faszination ist da, und eines Tages wird Koelman vielleicht ein funktionierendes, zuverlässiges Serienprodukt anbieten können. Und falls das so ist, werden Sie es hier, bei designerwatches.ch kaufen können. Ehrenwort.

Gönnen Sie sich einfach einen Blick auf die Website von Ferrolic mit den eindrücklichen Videos und freuen Sie sich daran, dass nicht alles auf der Welt immer in einem kommerziellen Produkt enden muss.

Koelman hat übrigens noch andere “Maschinen” konstruiert, wie beispielsweise einen elektronisch dimmbaren Kerzenapparat oder Lumio, ein Buch, das sich zur Leuchte auffaltet.